Buchbesprechung: Wollfühlreise in den Norden
[Werbung] Eine Reise in den hohen Norden, farbenfrohe Strickmuster, traditionelle Techniken und jede Menge Inspiration für neue Lieblingsstücke: Das Buch Wollfühlreise in den Norden – Die schönsten Strickideen inspiriert von den wolligen Sehnsuchtsländern von Tanja Steinbach und Sophia Wiik lädt dazu ein, die Stricktraditionen Europas auf ganz besondere Weise zu entdecken. Dabei geht es nicht nur um schöne Modelle, sondern auch um die Geschichten, die sich hinter den Mustern und Techniken verbergen.
Stricken, das Fernweh weckt
Manchmal braucht es keine Flugtickets und keinen gepackten Koffer, um auf Reisen zu gehen. Ein gemütlicher Platz auf dem Sofa, ein Knäuel Wolle und ein inspirierendes Strickbuch genügen, um sich in ferne Länder zu träumen. Genau dieses Gefühl vermittelt Wollfühlreise in den Norden von Tanja Steinbach und Sophia Wiik.
Die beiden Strickexpertinnen nehmen uns mit in Regionen Europas, in denen das Stricken seit Generationen fest zur Kultur gehört. Sie lassen uns traditionelle Muster entdecken, erzählen interessante Geschichten und zeigen, wie sich überlieferte Stricktechniken in moderne, alltagstaugliche Lieblingsstücke verwandeln lassen.
Eine Strickreise durch den Norden Europas
Doch was macht dieses Buch so besonders? Es verbindet die Liebe zum traditionellen Handwerk mit frischen Farben, zeitgemäßen Designs und Anleitungen, die Lust darauf machen, selbst die Nadeln in die Hand zu nehmen. Ob kuschelige Accessoires oder ein aufwendig gestricktes Kleidungsstück – hier finden Strickbegeisterte zahlreiche Ideen für ihre ganz persönliche Wollfühlreise.
Schon beim Aufschlagen des Buches wird deutlich, dass uns eine abwechslungsreiche Reise erwartet. Eine Karte zeigt die Regionen und Länder, aus denen die Inspirationen für mehr als 30 Strickmodelle stammen.

Die Reise führt durch Skandinavien mit Norwegen, Schweden und Finnland, weiter zu den Shetlandinseln und den Aran-Inseln sowie ins Baltikum mit Estland, Lettland und Litauen. Da die Aran-Inseln häufig über Irland erreicht werden, haben auch zwei Projekte mit Bezug zur Hafenstadt Galway ihren Platz im Buch gefunden.
Jede dieser Regionen besitzt ihre eigenen Stricktraditionen und charakteristischen Techniken. Genau diese Vielfalt greifen Tanja Steinbach und Sophia Wiik auf. Sie lassen sich von den überlieferten Mustern inspirieren, interpretieren sie jedoch auf ihre eigene Weise und passen sie an die Bedürfnisse heutiger Strickerinnen und Stricker an.
Denn traditionelle Strickstücke sind häufig für deutlich kältere Klimazonen gedacht. Auch die ursprünglich verwendete Schafwolle kann sich auf der Haut recht kratzig anfühlen. Deshalb haben die Autorinnen Garne und Designs ausgewählt, die den Charakter der Vorbilder bewahren, zugleich aber angenehm zu tragen sind und sich gut in unseren Alltag integrieren lassen.
So entsteht eine gelungene Verbindung aus nordischer Stricktradition und modernem Wohlfühlfaktor.
Mehr als 30 Strickideen – von kleinen Accessoires bis zu besonderen Kleidungsstücken
Die Auswahl der Modelle ist vielfältig. Besonders erfreulich ist, dass neben kleineren Projekten auch einige größere Strickstücke dabei sind. Dadurch bietet das Buch sowohl Inspiration für ein überschaubares Wochenendprojekt als auch für ein Vorhaben, das etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Zu den kleineren Strickideen gehören Tücher, Handschuhe, Schals und Mützen. Außerdem finden sich Stirnbänder, Taschen, Socken und sogar ein Paar Filzpuschen im Buch. Wer lieber Kleidungsstücke strickt, darf sich ebenfalls freuen: Ein toller Pullover mit Rundpasse, eine zauberhafte Norwegerjacke und ein kuschliger Seelenwärmer ergänzen die Auswahl.
Dabei hat jedes Modell seinen eigenen Charakter. Mal stehen farbenfrohe Muster im Mittelpunkt, mal sind es besondere Konstruktionen oder traditionelle Techniken, die ein Strickstück zu etwas Außergewöhnlichem machen.

Die Projekte sind somit nicht einfach eine Sammlung schöner Anleitungen. Vielmehr erzählen sie von den Regionen, aus denen ihre Gestaltungsideen stammen, und machen die kulturelle Vielfalt des Strickens sichtbar.
Geschichten, die hinter den Strickmustern stecken
Besonders schön finde ich, dass die Autorinnen nicht einfach mit den Anleitungen beginnen. Zu jedem Projekt gibt es zunächst eine Einführung, die etwas über den Hintergrund des Musters, die Namensgebung oder die Region verrät, aus der die jeweilige Technik stammt.
Dadurch bekommen die Strickstücke eine zusätzliche Bedeutung. Wir erfahren, warum bestimmte Muster typisch für eine Gegend sind und welche Traditionen sich dahinter verbergen. Das macht neugierig und lässt uns die Modelle mit anderen Augen betrachten.
Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist die Geschichte hinter der Norwegerjacke. Sophias Mutter hatte das Original in den 1970er-Jahren in einem Kaufhaus in Bergen gekauft. Später ging die Jacke in Sophias Besitz über – verbunden mit dem Versprechen, ihrer Mutter eine längere Variante zu stricken.

Diese persönliche Geschichte verleiht dem Modell eine ganz eigene Wärme. Schließlich sind selbst gestrickte Kleidungsstücke häufig mehr als reine Gebrauchsgegenstände. Sie begleiten uns über Jahre, erinnern uns an besondere Menschen und werden manchmal sogar zu Familienerbstücken.
Sophia hofft, dass auch Strickerinnen und Stricker, die ihre Norwegerjacke nach der Anleitung im Buch arbeiten, mehr als 50 Jahre Freude daran haben werden. Ein schöner Gedanke, der zeigt, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt.
Stricktechniken verständlich erklärt
Neben den Geschichten und den abwechslungsreichen Designs bietet Wollfühlreise in den Norden auch Gelegenheit, neue Stricktechniken kennenzulernen oder bereits vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.
Die Modelle sind mit Schwierigkeitsgraden von 1 bis 3 gekennzeichnet. Dabei überwiegen Projekte der mittleren Kategorie, sodass Anfänger und fortgeschrittene Stricker eine große Auswahl finden.
Die Anleitungen führen Schritt für Schritt durch die einzelnen Arbeitsschritte. Ergänzend gibt es immer wieder kleine Tipps zur Strickweise, aber auch einen reichbebilderten Grundlagenteil am Ende des Buches. Die Muster werden mithilfe von Strickschriften dargestellt, was gerade bei mehrfarbigen oder wiederkehrenden Mustern hilfreich ist.
Darüber hinaus werden ausgewählte Techniken in Tutorials erläutert. Im skandinavischen Teil erfahren wir beispielsweise mehr über den nachträglich eingearbeiteten Daumen und das Steeking. Letzteres bezeichnet das Aufschneiden eines zuvor in Runden gestrickten Strickstücks, etwa um daraus eine Jacke zu machen.
Im Baltikum begegnen uns wiederum die Roosimine-Technik, eine traditionelle estnische Verzierungstechnik, sowie Thrumming. Bei dieser Technik werden kleine Wollflocken beziehungsweise kurze Faserstücke so eingearbeitet, dass eine besonders warme, flauschige Innenseite entsteht.

Gerade solche Einblicke machen das Buch auch für alle interessant, die beim Stricken gerne dazulernen. Denn neben einem schönen fertigen Projekt nehmen wir häufig neue Fertigkeiten mit, die sich später bei weiteren Strickvorhaben einsetzen lassen.
Passende Garne für moderne Strickstücke
Auch die Garnauswahl trägt zum gelungenen Gesamtkonzept bei. Die Modelle werden mit Garnen von Lana Grossa gearbeitet. Tanja Steinbach entwickelt Garne für das Unternehmen und verfügt daher über viel Erfahrung bei der Auswahl geeigneter Materialien.
Das kommt den Strickprojekten zugute: Die Garne sollen nicht nur optisch zum jeweiligen Muster passen, sondern auch angenehme Trageeigenschaften mitbringen. So lassen sich traditionelle Strickideen umsetzen, ohne dass die fertigen Stücke zwangsläufig so warm oder kratzig ausfallen wie manche historischen Vorbilder.
Die verwendeten Garne unterstützen zudem die Farbigkeit und Wirkung der Designs. Gerade bei traditionellen Mustern ist das wichtig, denn die richtige Garnqualität kann entscheidend dazu beitragen, dass Strukturen und Farbwechsel schön zur Geltung kommen.
Ein weiterer sympathischer Aspekt: Tanja Steinbach und Sophia Wiik präsentieren die Modelle selbst. Dadurch bekommt das Buch eine persönliche Note und vermittelt einen unmittelbaren Eindruck davon, wie die Strickstücke getragen wirken.
Fazit: Ein Strickbuch voller Tradition, Inspiration und Wohlgefühl
Wollfühlreise in den Norden von Tanja Steinbach und Sophia Wiik ist weit mehr als eine Sammlung von Strickanleitungen. Das Buch verbindet traditionelle Stricktechniken aus verschiedenen europäischen Regionen mit modernen Designs, alltagstauglichen Garnen und Geschichten, die den Modellen eine besondere Bedeutung verleihen.
Besonders gelungen finde ich die Mischung aus kleineren Accessoires und größeren Strickprojekten. Dadurch ist für unterschiedliche Vorlieben etwas dabei. Gleichzeitig laden die ausführlichen Einführungen dazu ein, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und die kulturellen Wurzeln unseres Handwerks kennenzulernen. Dank der Schritt-für-Schritt-Anleitungen und der ergänzenden Technik-Tutorials gibt es außerdem Gelegenheit, die eigenen Strickkenntnisse zu erweitern.
Wer nordische Strickmuster liebt, gerne mit Farben arbeitet oder sich beim Stricken nicht nur von schönen Modellen, sondern auch von deren Geschichten inspirieren lässt, sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen. Es eignet sich ebenso für die Suche nach dem nächsten Lieblingsprojekt wie für gemütliche Lesestunden, in denen man einfach durch die Seiten blättert und neue Ideen sammelt.
Und vielleicht ist das die schönste Einladung, die dieses Buch ausspricht: Wir müssen nicht weit reisen, um fremde Stricktraditionen zu entdecken. Manchmal genügt ein Wollknäuel, um eine kleine Reise zu beginnen – Masche für Masche, mit viel Freude am Handwerk und einer großen Portion Wollgefühl.
Infos zum Buch
Wollfühlreise in den Norden
Die schönsten Strickideen inspiriert von den wolligen Sehnsuchtsländern
ISBN: 1471-2 978-3-7358-7252-4
Buch: Hardcover, 160 Seiten
Preis: 28,00 €
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