Fäden des Glücks – Ein Roman über Kreativität, Erinnerungen und den Mut zum Neuanfang
Mit Fäden des Glücks schlägt die Autorin Marit Warncke ein neues literarisches Kapitel auf. Nach ihren Fantasy-Romanen „A Hundred Chances“, „Die Magie der Mitternachtsrobe“ und „Der Fluch der Schicksalsrobe“ widmet sie sich diesmal einer emotionalen, lebensnahen Geschichte. Der Roman ist im Verlag HarperCollins erschienen und verbindet auf atmosphärische Weise DIY-Nähen, Kreativität, Freundschaft und die Kraft der Erinnerung.
Nachfolgend möchte ich Euch den Roman Fäden des Glücks vorstellen, Lust machen ihn zu lesen und als Bonbon zum Schluss, Marit Warncke ein paar Fragen zu ihrem neuesten Buch stellen.
Die Handlung führt die Leserinnen und Leser nach Lüttenbü, ein idyllisches Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Ort ist gleichzeitig Zuflucht, Erinnerungsspeicher und Ausgangspunkt für einen neuen Lebensweg. Schon nach wenigen Seiten entsteht eine warme, bildhafte Stimmung, die neugierig macht und zum Weiterlesen einlädt.
Ein altes Gutshaus als Wendepunkt
Die Protagonistin Karla ist eine erfolgreiche, zielstrebige Unternehmensberaterin. Ihr Leben scheint klar strukturiert und durchgeplant – bis ein folgenschwerer Fehler sie ihren Job kostet. Als kurz darauf auch noch das Finanzamt eine hohe Summe fordert, weil ihr Vater ihr ein altes Gutshaus im kleinen Ort Lüttenbü vermacht hat, gerät ihr bisheriges Leben endgültig ins Wanken.
Karla beschließt, das Haus schnell zu renovieren und zu verkaufen. Doch schon bei ihrer Ankunft merkt sie, dass die Realität deutlich komplizierter ist. Das Gebäude stand dreizehn Jahre leer, eine überlaufende Toilette und die daraus resultierenden Probleme zeigen schnell: Der Plan vom schnellen Verkauf ist kaum umsetzbar.
Gleichzeitig erwachen Erinnerungen an ihre Kindheit. In Lüttenbü verbrachte Karla jeden Sommerurlaub. Während ihre Familie häufig umzog, war dieser Ort ihr emotionaler Anker. Hier wartete ihre Freundin Bruna auf sie – und Brunas Bruder Rasmus.
Jugendfreundschaften, erste Liebe und alte Konflikte
Der Roman erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Die eine führt zurück in Karlas Jugend, in eine unbeschwerte Zeit voller Freundschaft, erster Liebe und kreativer Entdeckungen. Damals brachte Brunas Mutter Inga ihr das Nähen bei. Mit sechzehn bekam sie eine eigene Nähmaschine und entwickelte eine wachsende Leidenschaft für Stoffe, Farben und Raumgestaltung.
Auch die zarte Beziehung zu Rasmus entsteht in dieser Zeit. Die idyllische Umgebung des Gutshauses, gemeinsame Sommer und die Freiheit der Jugend schaffen eine romantische und zugleich nostalgische Atmosphäre.
Doch vor dreizehn Jahren zerbricht die Freundschaft zwischen den Familien plötzlich. Warum das geschah, weiß Karla bis heute nicht.
Kreativität als Weg zurück zu sich selbst
Als Karla im Gutshaus ihre alte Nähmaschine entdeckt, keimt ihre frühere Kreativität wieder auf. Zunächst funktioniert das alte Gerät jedoch nicht – genauso wenig wie viele Dinge in ihrem Leben im Moment.
Erst Vi, die Betreiberin eines gemütlichen Cafés im Dorf, hilft ihr weiter. Vi näht leidenschaftlich gern und zeigt Karla, wie sie die Maschine wieder vernünftig zum Laufen bringt. Dieser Moment wird zu einem symbolischen Wendepunkt: Mit dem rhythmischen Surren der Nähmaschine erwacht auch Karlas verloren geglaubte Begeisterung für Kreativität.

Während sie sich immer stärker in das Dorfleben einfügt, beginnt sie ihr bisheriges Leben in Frankfurt zu hinterfragen. Dort bestimmten Arbeit, Status und Markenbewusstsein den Alltag. In Lüttenbü dagegen zählt Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft und echte Verbundenheit.
Ein Tagebuch bringt die Wahrheit ans Licht
Die Geschichte erhält eine dritte Zeitschiene, als Karla ein altes Tagebuch entdeckt. Darin findet sie Hinweise auf die früheren Besitzer des Gutshauses und erfährt, wie diese während der NS-Zeit lebten und warum sie das Haus verlassen mussten.
Diese historischen Einblicke geben dem Roman eine zusätzliche Tiefe. Eine kleine Überraschung bringt das Tagebuch auch bei der Entschlüsselung des lange ungelösten Geheimnisses: dem Streit zwischen den Familien von Karla und Rasmus.
Die geschickt verflochtenen Zeitebenen sorgen dafür, dass die Handlung abwechslungsreich und spannend bleibt. Nach und nach entsteht ein vollständiges Bild der Vergangenheit – und damit auch eine Grundlage für Karlas Zukunft.
Atmosphärischer Schreibstil und starke Emotionen
Marit Warncke überzeugt mit einem einfühlsamen, bildhaften Schreibstil, der es leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Die Leserinnen und Leser erleben das romantische Gutshaus am See, die sommerlichen Erinnerungen und die kleinen Begegnungen im Dorf so lebendig, dass man sich fast selbst in Lüttenbü wähnt.
Besonders gelungen ist die Entwicklung der Hauptfigur. Karla beginnt als rational denkende Karrierefrau, die ihr Leben in klaren Listen organisiert. Doch Schritt für Schritt lässt sie sich auf das Ungeplante ein – auf Kreativität, Freundschaft und die Möglichkeit eines ganz anderen Lebens. Auch die Begegnungen mit Rasmus lassen alte Gefühle wieder aufleben. Zwischen den beiden entsteht erneut eine spürbare Nähe, und vieles deutet darauf hin, dass ihre frühere Liebe eine zweite Chance bekommen könnte. Umso überraschender ist die Wendung, die der Roman später nimmt und die ein gemeinsames Leben plötzlich in Frage stellt. Gerade diese unerwartete Entwicklung sorgt dafür, dass die Geschichte emotional bleibt und die Leserinnen und Leser bis zum Ende gespannt verfolgen, welchen Weg Karla schließlich einschlagen wird.
Fazit: Ein inspirierender Roman über Neuanfänge
„Fäden des Glücks“ ist ein warmherziger, atmosphärischer und inspirierender Roman, der zeigt, wie wichtig Kreativität, Erinnerungen und zwischenmenschliche Beziehungen für unser Leben sein können.
Die Geschichte verbindet romantische Gefühle, historische Geheimnisse und die Leidenschaft fürs Nähen zu einem stimmigen Gesamtbild. Wer Romane über Neuanfänge, kleine Dorfgemeinschaften und kreative Leidenschaften liebt, wird dieses Buch kaum aus der Hand legen können.
Besonders schön: Der Roman macht Lust darauf, selbst kreativ zu werden – und vielleicht auch darüber nachzudenken, welche „Fäden des Glücks“ das eigene Leben zusammenhalten. Eine charmante Zugabe erwartet die Leserinnen und Leser am Ende des Buches: Dort findet sich eine Nähanleitung für ein romantisches Kissen – ganz ähnlich den Kissen, die Carla im Roman mit viel Hingabe näht. Damit verbindet die Autorin ihre Geschichte auf kreative Weise mit einer kleinen DIY-Idee, die die Atmosphäre des Buches noch einmal aufgreift.
Liebe Marit,
zunächst einmal möchte ich dir ganz herzlich zu diesem wundervollen Buch gratulieren. Wie schon bei deinen bisherigen Romanen ist es dir auch mit Fäden des Glücks gelungen, eine Geschichte zu schreiben, bei der es schwerfällt, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Mir ging es jedenfalls so – ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Umso mehr freue ich mich, dass du dir im Anschluss an meine Buchbesprechung die Zeit nimmst, einige Fragen zu beantworten.
Deine bisher veröffentlichten Bücher waren allesamt Fantasy-Geschichten. Was hat dich dazu bewegt, mit Fäden des Glücks nun einen realistischen Gegenwartsroman zu schreiben?
Ich hatte schon länger den Wunsch, auch Geschichten zu erzählen, die ganz nah an unserer eigenen Welt spielen und gerade deshalb besonders viel Gefühl transportieren können. Fantasy wird mich immer begleiten, weil ich es liebe, neue Welten zu erschaffen. Aber bei Fäden des Glücks hat es mich gereizt, von etwas zu erzählen, das vielen Menschen vertraut ist: Neuanfänge, alte Wunden, Freundschaften, die Suchen nach einem Ort, an dem man wirklich ankommen kann.
Bevor du mit dem Schreiben eines neuen Buches beginnst – wie viel der Geschichte ist dann bereits in deinem Kopf? Hast du eine grobe Handlung vor Augen oder entsteht vieles erst während des Schreibens?
Ich bin eine absolute „Plotterin“, das heißt, ich entwickle die ganze Handlung, die Schauplätze und Figuren, bevor ich zu schreiben beginne.
Trotzdem passiert während des Schreibens dann immer noch viel. Manchmal überraschen mich Charaktere selbst, indem sie ihre ganz eigene Dynamik entwickeln. So entstehen plötzlich Szenen und Momente, die so gar nicht geplant waren.
Für einen Roman muss man oft viel recherchieren. Gab es Themen oder Details in Fäden des Glücks, für die du besonders intensiv recherchieren musstest?
Auf jeden Fall. Da ich im Buch auf die Geschichte des alten Gutshauses eingehe, war es mir wichtig, alles, was ich schreibe, auf Fakten zu stützen. So habe ich mich viel mit der Bodenreform und Enteignung von Großgrundbesitzern nach dem zweiten Weltkrieg beschäftigt.
Aber auch das Thema Zwangsarbeit während des zweiten Weltkriegs wird im Buch thematisiert. Hierzu habe ich ebenfalls viel gelesen und Gedenkstätten und Museen in Berlin besucht, wie das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors.
Das Nähen spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle. Wer dich kennt, weiß, dass du durch dein Studium und deine Arbeit als Geschäftsführerin von Makema über hervorragende Kenntnisse in diesem Bereich verfügst. Doch auch das Renovieren eines alten Gutshauses bringt einige Herausforderungen mit sich. Inwieweit musstest du dir dafür zusätzliches Wissen aneignen und wo hast du dir dafür Inspirationen oder Informationen geholt?
Der Bereich Nähen und textiles Arbeiten war natürlich etwas, worauf ich sehr gut zurückgreifen konnte, weil er ohnehin ein Teil meines Alltags ist. Das war schön, weil ich dadurch vieles ganz selbstverständlich in die Geschichte einfließen lassen konnte.
Beim Thema Gutshaus und Renovierung war es anders. Gerade, was die die technischen Details angeht, musste ich einiges recherchieren und bin sehr dankbar für die Unterstützung aus meinem näheren Umfeld.
Zusätzlich habe ich mir viele Bilder und Berichte angesehen und versucht, ein Gefühl dafür zu bekommen, was es wirklich bedeutet, ein altes Gutshaus zu sanieren und mit neuem Leben zu füllen.
Als Geschäftsführerin von Makema bist du auch zeitlich stark eingebunden. Wie organisierst du deinen Alltag, wenn du gleichzeitig an einem neuen Buchprojekt arbeitest?
Ganz ehrlich: perfekt organisiert ist das selten. Ich versuche zwar, mir feste Schreibzeiten zu schaffen, oft gleich ganz früh morgens, aber wie es immer so ist – manchmal kommt das Leben dazwischen. Gleichzeitig habe ich gelernt, nicht auf den perfekten Moment zu warten. Oft entstehen gute Seiten eben zwischen vielen anderen Aufgaben. Und natürlich hilft es sehr, wenn man für eine Geschichte wirklich brennt, denn dann trägt sie einen auch durch stressige Phasen.
Und zum Schluss noch eine Frage, die sicher viele Leserinnen und Leser interessieren wird: Mich macht es sehr neugierig, wie es mit Carla, Rasmus, Vi und den anderen rund um das Gutshaus weitergeht. Planst du vielleicht eine Fortsetzung der Geschichte?
Diese Frage freut mich natürlich sehr. Wenn Leserinnen und Leser nach dem Ende noch bei den Figuren bleiben möchten, ist das für mich eines der schönsten Komplimente überhaupt. Ich hänge selbst sehr an dieser Welt und an den Menschen rund um das Gutshaus. Deshalb kann ich sagen: Es gibt also auf jeden Fall noch Gedanken, Ideen und Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte.
Liebe Marit, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten und uns einen kleinen Einblick in deine Arbeit als Autorin zu geben. Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg mit Fäden des Glücks und bin mir sicher, dass viele Leserinnen und Leser genauso begeistert von der Geschichte sein werden wie ich. Für deine kommenden Projekte wünsche ich dir weiterhin viele gute Ideen, kreative Inspiration und natürlich ganz viel Freude beim Schreiben.
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Infos zum Buch
Fäden des Glücks
von Marit Warncke
Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-3650-1281-9
Buch: Taschenbuch, 448 Seiten
Preis: 24,00 €




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